Auch unter Linux muss nicht alles wie erwartet funktionieren. Als ich Ende Februar das Windows auf meinem Desktop-PC, auf welchem bis dahin Windows 11 für Workstations lief, platt machte und Linux Mint installierte, musste ich feststellen, dass das neue Linux darauf nicht stabil lief. Frisch installierte Programme ließen sich nicht aufrufen und gelegentlich fing das Bild an zu flackern.
Ich versuchte es mit der Distribution Zorin OS, was die selben Probleme zeigte. Fedora für Workstations hängte sich schon während der Installation auf. Windows erneut zu installieren war aber keine Option. Reines Debian Linux mit dem altbackenen Root-User lief zwar einigermaßen, machte mich aber auch nicht glücklich. Das war frustrierend. Erst als ich Cachy OS installiere, lief das System stabil. Cachy OS basiert im Gegensatz zu den Distributionen, die ich bis dato ausprobiert hatte, nicht auf Debian/Ubuntu, sondern auf ArchLinux. Das bedeutet, alles basiert auf einem mir fremden Bedienkonzept, obwohl ich den selben Desktop wie unter Linux Mint eingerichtet hatte; nämlich Cinnamon.
Den Rechner hatte ich vor ein paar Jahren bis auf die RTX-Grafikkarte, die noch nicht alt war, komplett erneuert, Modernes Gigabyte Aorus-Board, Intel i9-Prozessor, neues Bequiet-Gehäuse mit einer 2 TB NVme-Festplatte, 64 GB DDR5-RAM (zusammengestellt von Firma Mifcom.de).
Mein erster Gedanke war ja, ich müsse mir für Linux Mint passend für meine Hardware den Kernel selber kompilieren, aber dieses Eisen ist mir dann doch zu heiß. Ich denke, es ist besser, wenn ich versuche zu lernen, mit Cachy OS zu arbeiten. Eine Horizonterweiterung also.
Mein Kernel unter meinem Mint-Laptop heißt: 6.17.0-14-generic, auf meinem Desktop-PC heißt er: 6.19.5-3-chayos (festzustellen in der Konsole mit uname -r). Der Kernel unter Cachy OS ist also neuer, aber das ist sicher nicht der einzige Unterschied.
Unter Cachy OS ist alles sehr gewöhnungsbedürftig und nicht so einfach wie halbwegs gewohnt zu konfigurieren wie unter Linux Mint, wo mein Netzwerk-Drucker gleich erkannt wurde. Unter Cachy musste ich erst mal Cups installieren, aber irgend wie klappte es doch, meinen Netzwerkdrucker einzurichten. Mal sehen, ob es auch mit dem 2. Drucker funktioniert, der aber über WiFi angebunden ist.
Zum Unterschied zwischen den oben genannten Kernel-Versionen sagt die KI von https://search.brave.com folgendes:
Kernelvergleich 6.17.0-14-generic vs. 6.19.5-3-chayos
- 6.17.0-14-generic ist ein kurzlebiger Kernel (nicht LTS), entwickelt für neue Hardware. Er wurde mit bekannten Problemen verbunden, wie z. B. Wi-Fi-Ausfälle (z. B. bei Intel AX201), Bluetooth-Probleme, Anzeigefehler (z. B. bei mehreren Monitoren) und Kernel-Panics bei bestimmten Chipsätzen wie dem MediaTek MT7902. Die Stabilität ist daher unzureichend für ältere Geräte.
- 6.19.5-3-chayos ist ein benutzerdefinierter Kernel (nicht offiziell von Ubuntu oder Linux Mint), der auf dem offiziellen Linux-Kernel 6.19 basiert, aber mit zusätzlichen Patches oder Anpassungen (z. B. für bessere Hardwarekompatibilität oder Performance) versehen wurde. Er ist in der Regel stabil und für spezifische Hardware optimiert, aber nicht offiziell supportet.
Fazit:
- 6.17.0-14-generic ist nicht empfehlenswert für Systeme mit älterer Hardware oder wenn Stabilität wichtig ist – besonders aufgrund bekannter Bugs.
- 6.19.5-3-chayos ist potenziell stabiler und aktueller, wenn er für deine Hardware optimiert wurde, aber kein offizielles, supportiertes Release.
Merkwürdigerweise bekomme ich über KI die obige Antwort nur, wenn man wie ich hier, versehentlich anstatt „6.19.5-3-cachyos“ eingebe „6.19.5-3-chayos“. Genauere Infos zu dem Kernel beantwortet die KI: „Welche Eigenschaften hat der Kernel 6.19.5-3-cachyos?“.
Linux Mint (Kernel 6.17.04.-14-generic) läuft sehr gut auf meinem kürzlich refurbished gekauften ca. 2 Jahre alte HP Z-Book und meinem ca. 5 Jahre alten HP Probook.
Laut KI-Auskunft läuft Linux Mint 22 insbesondere instabil auf Geräten mit Nvidia-Grafikkarte (wie mein Desktop-PC) und Laptops von Levono und Dell.
Nachtrag
Probleme unter Linux Mint gelöst: Mit der App „Aktualisierungsverwaltung“ kann man über das Menü „Ansicht/Linux-Kernel“ das System auf einen aktuelleren Kernel umstellen. Nicht auf den aktuellsten, der laut kernel.org aktuell 6.19.19 liegt, sondern auf den aktuellsten, der Linux Mint, bzw. Ubuntu Linux unterstützt. Das ist der Kernel 6.17.x; aber immerhin. Technische Probleme wegen neuerer Hardware kann man damit lösen.