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Vorurteile und Fehlurteile zur Konsole

Typische Aufgabe: Die Konsole beim Updaten

Ich nutze gern Youtube-Videos, um mir Grundkenntnisse anzueignen. Entsprechende Videos sind nicht alle gut, aber man bekommt nebenbei oft wichtige Infos über Dinge, an die man gar nicht gedacht hat. Getreu dem Motto: „Man bekommt nur dann die richtige Antwort, wenn man die richtige Frage stellt.“

Eine Aussage, die mir immer wieder begegnet, ist diese: „Linux Mint kann man installieren, ohne die Konsole zu benötigen, weil diese Abschreckung Nummer eins ist.“ Das ist wirklich Unfug und hängt davon ab, was man machen möchte. Auch unter Windows gab es immer eine Konsole und benötigte diese auch; die heißt dort Eingabeaufforderung (Windows-Taste + r, dann cmd eingeben und ENTER drücken).

Wer nur surft und E-Mails abruft, kommt damit nicht in Berührung. Aber wenn man z.B. wissen möchte, welche IP-Adresse der benutzte Rechner hat, kommt man über die Konsole am schnellsten zum Ziel und muss nicht erst im Backend des Routers suchen. Unter Windows gibt man in der Konsole ein: ipconfig, unter Linux heißt der Befehl etwas anders: ifconfig. Oder man fragt sich, ob ein Rechner überhaupt erreichbar ist: ping linux-jetzt.net, bzw unter Linux: ping -c3 linux-jetzt.net. Der Befehlt clear zum Löschen der Konsolenausgaben funktioniert unter Windows und Linux gleichermaßen; ebenso der Befehl exit.

Konsole: Kontextmenü
Konsole: Kontextmenü der Titelzeile

Was ich unter Windows nie ausprobiert hatte, habe ich unter Linux durch Herumprobieren herausgefunden: Im oberen Rand des Fensters aller Programme gibt es Kontextmenü. Dort kann man, was bei Konfigurationsarbeiten sehr nützlich sein kann, festlegen, dass das Fenster nicht von anderen Fenstern überdeckt werden kann (immer im Vordergrund). So etwas ist mir unter Windows nie begegnet.

Im Konsolenfeld gibt es ein weiteres Kontextmenü zum Kopieren, Einfügen usw.

Wer in den 1990er Jahre erste Schritte unter Linux unternahm, musste sich in der Konsole mit dem sehr kryptischen Texteditor vi herumschlagen. Mittlerweile hat sich der Editor nano etabliert. Aber in dem kann man nicht einfach Passagen mit der Maus markieren und kopieren, was ich sehr umständlich finde. In dem Punkt ist der Konsolen-Editor micro die bessere Wahl; der ist in der Regel nicht vorinstalliert; man kann ihn in Linux Mint jedoch über die Graphische Anwendungsverwaltung installieren.

Ob es unter Windows einen Konsolen-Editor gibt, weiß ich gar nicht. Unter den frühen DOS-Versionen gab es den Editor edlin, der kaum besser war als der vi im frühen Linux. Windows ist eben auch nicht aus dem Stand groß geworden. Micro zeigt, was oft wichtig ist, auch an, mit welchen Zeichensatz der edierte Text kodiert wurde.

Konsoleneditoren nano und mirco im Vergleich
Konsoleneditoren nano (oben) und mirco (darunter) im Vergleich

Micro verzichtet auf Menüanzeigen und zeigt dagegen den Namen der editierten Datei an und die verwendete Zeichenkodierung (hier: utf-8); RegEx-Suche mit Strg-f, normale zeichenorientierte Suche mit Strg-Shif f. In meinen Augen ist micro der besser Standard-Editor für die Konsole.

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